MK Unternehmensberatung - Galeria Vital® QMS

Qualitätsmanagement: "Alle Tätigkeiten der Gesamtführungsaufgabe, die im Rahmen des QM-Systems die Qualitätspolitik, die Ziele und Verantwortungen festlegen sowie diese durch Mittel wie Qualitätsplanung, Qualitätslenkung, Qualitätssicherung, QM-Darlegung und Qualitätsverbesserung verwirklichen."


Zusammenfassende Bewertung:

Zur Qualität der QM-ModelleEs existiert eine für den niedergelassenen Bereich fast schon unüberschaubare und damit verwirrende Vielzahl von QM-Modellen, die folgendermaßen systematisiert werden können:


umfassende, branchenübergreifende QM-Modelle: EFQM (European Foundation

for Quality Management) und DIN EN ISO 9001;


umfassend und branchenspezifisch: das Modell "QEP" (Qualität und Entwicklung

in Praxen) der KBV;


branchenspezifisch, aber nur Teilaspekte eines vollständigen QM´s beinhaltend:

die Modelle „KPQM" (KVWL) und „qu.no" ,die primär auf die Prozessperspektive

eines QM-Systems abstellen;


Bewertungsmodelle: „EPA" (European Practice Assessment – bislang nur für

den hausärztlichen Bereich) und das „KTQ-Modell" für den gesamten

niedergelassenen Sektor. Diese beiden Ansätze werden hier als „Bewertungsmodelle"

gekennzeichnet, da sie im Unterschied zu den anderen Modellen keine mehr oder minder

umfangreiche Implementierung eines QM-Systems voraussetzen, sondern mit einer

Auditierung (Bewertung) des Ist-Zustands beginnen und auf dieser Basis eine

Weiterentwicklung der jeweiligen Praxis anregen wollen.Diese kurze Kennzeichnung der

einzelnen Modelle dürfte schon hinreichend deutlich gemacht haben, dass die Modelle

unmittelbar nur sehr bedingt zu vergleichen sind. Gleichwohl geschieht dies aktuell

extensiv in den unterschiedlichsten Medien, auf QMEinführungsveranstaltungen usw.

Ohne große Übertreibung kann man von einem „Kampf der QM-Modelle" sprechen, wobei

die vorgetragenen „Argumente" häufig allzu auffällig - und schon teilweise hochpeinlich -

kommerziell interessengefärbt sind. Besonders problematisch und die Akzeptanz von

QM in der Ärzteschaft weiter reduzierend ist dabei die unglückselige Verknüpfung

zwischen „Beratungsindustrie" und Zertifizierern. 


Letztlich zählt, „was hinten raus kommt", d.h. die Modelle müssen mittelbar über die mit ihnen erreichte Ergebnisqualität gemessen werden. Diese kann man in dieser frühen Implentierungsphase aber keinesfalls beurteilen. Was man allein feststellen kann ist, dass die Nutzenpotenziale umfassender QM-Modelle größer sind.

Warum sollten Ärzte nicht auch die „schlanken" Modelle „KPQM" und „qu.no" einführen, die oft negativer bewertet werden? Diese Ansätze sind als niedrigschwellig, aber entwicklungsfähiger Einstieg in das Thema „QM" zu verstehen. Viele Ärztinnen und Ärzte fühlen sich schlichtweg mit den umfassenderen Modellen überfordert, so dass von daher eine Existenz-berechtigung auch solcher Modelle besteht. Folgt man nämlich der originären QM-Perspektive, wonach Qualität in erster Linie die Berücksichtigung von Kundenanforderungen bedeutet, dann sind diese schlanken Modelle für die Kunden (den niedergelassenen Bereich) durchaus von hoher Qualität. Ob dies allerdings auch im Sinne der gesetzgeberischen Vorgabe, in der schlicht ein „einrichtungsinternes QM" gefordert wird, ist, sei dahingestellt.

Bleibt immer noch die Frage, für welches Modell man sich als QM-Einsteiger denn nun entscheiden sollte? Diese Frage kann man sich nur selbst beant-worten und zwar auf der Grundlage einer soliden QM-Grundqualifikation und in Kenntnis seiner herausgearbeiteten Praxisziele. Deshalb ist die übliche Vor-gehensweise, sich zu Beginn einer QM-Implementierung mehr oder minder willkürlich (z.B. weil man zufällig Mitglied eines bestimmten KV-Bezirks ist) für ein bestimmtes Modell zu entscheiden und dann die Anforderungen mehr oder minder sinnvoll abzuarbeiten, für problematisch. Als Praxisinhaber/in kann man vielmehr die aufgeregte Diskussion um das „beste Modell" mit Gelassenheit betrachten und zwischenzeitlich sein praxisspezifisches Modell entwickeln. Dies setzt sich immer aus einer Kombination der vier zentralen QM-Bausteine „Praxisziele und –leitbild", „Praxisorganisation", „Personal-führung und –entwicklung" sowie „kontinuierliche Verbesserung" zusammen.

Sofern eine Zertifizierung gewünscht bzw. gefordert sein sollte, kann man sich immer noch für ein Modell entscheiden und „sein Modell" in diese Richtung „trimmen". Aber auch dann sollte man keine Regelung einführen, nur weil sie von dem jeweiligen Modell gefordert ist, die Praxis aber nicht weiterbringt.